So fütterst du deine Regenwürmer am effektivsten

So fütterst du deine Regenwürmer am effektivsten

Eckard Wulfmeyer

So fütterst du deine Regenwürmer am effektivsten

Du hast deine eigene Wurmkiste und möchtest deine fleißigen Helfer optimal versorgen? Egal ob für die Humusproduktion im Garten oder als vitales Futter für deine Angelköderboxen: Die richtige Ernährung deiner Regenwürmer ist der Schlüssel zu gesunden, aktiven Tieren. Ich erkläre dir, was wirklich funktioniert.

Der wichtigste Tipp gleich vorweg: Würmer sind keine Allesfresser im herkömmlichen Sinne. Sie haben keine Zähne und können nur weiches, leicht verdauliches Material aufnehmen. Und genau hier liegt das entscheidende Geheimnis.

Der Geheimtipp: Warum Zerkleinern so wichtig ist

Wenn du deinen Würmern Küchenabfälle fütterst, ist ein einziger Schritt entscheidend: Zerkleinere das Futter, bevor du es in die Wurmkiste gibst. Ein Häcksler, ein Mixer oder ein Multizerkleinerer leisten hier hervorragende Arbeit. Du kannst die Abfälle zu einem Brei oder einer feinen Masse verarbeiten. Diesen Häcksler benutze ich selbst: Häcksler bei Amazon (Affiliate Link)

Warum das so effektiv ist? Durch das Zerkleinern erhöhst du die Oberfläche des Futters massiv. Das ermöglicht es den Mikroorganismen und Bakterien, der eigentlichen Nahrungsgrundlage der Würmer, viel schneller, das Material zu zersetzen. Den vorverdauten Brei können die Würmer dann in einem Bruchteil der Zeit aufnehmen, was die Kompostierung enorm beschleunigt.

Wer seinen Würmern noch einen extra Schub geben möchte: Mein Blogbeitrag: Wurmkiste anlegen erklärt, wie du die Kiste von Anfang an optimal aufstellst.

Tipp aus der Praxis:

Wer keine Zeit hat, jedes Mal selbst zu zerkleinern und abzuwägen, kann seinen Würmern auch ein fertig zusammengestelltes Futter geben – ausgewogen, ohne Schadstoffe, direkt einsatzbereit. Mein „Lecker Wurmfutter" habe ich genau dafür entwickelt: für alle Regenwurmarten, handgemacht hier in Stinstedt.

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Die Lieblings-Leckerbissen deiner Würmer

Nicht jedes Lebensmittel ist gleich beliebt. Auch wenn du fast alle organischen Küchenabfälle verfüttern kannst, haben Würmer einige klare Favoriten, die sie am schnellsten verarbeiten:

Bananenschalen: Ein echter Leckerbissen. Schneide die Schalen in Stücke und vergiss nicht, eventuelle Aufkleber zu entfernen.

Matschige Kartoffelschalen: Je weicher, desto besser. Matschige, gekochte oder feuchte Kartoffelschalen sind ein Festmahl für Würmer.

Kaffeesatz: Nicht nur wir lieben unseren Morgenkaffee, Würmer lieben ihn genauso. Er ist ein hervorragender Dünger und wird von den Würmern mit großer Freude zersetzt.

Apfeltrester und Melonenschalen: Reste von Früchten und Melonen sind durch ihren hohen Wasser- und Zuckergehalt schnell verdaulich.

Teeblätter und Teebeutel: Tee ist eine gute Ergänzung. Achte bei Teebeuteln auf kompostierbare Materialien, besser ist es, den Beutel aufzuschneiden und nur den Inhalt zu verwenden.

Eierschalen: Diese solltest du trocknen, in der Sonne oder kurz in der Mikrowelle – und dann im Mörser zu fast feinem Pulver zerstoßen. Sie dienen als Magensteine und helfen den Würmern bei der Verdauung.

Grundsätzlich kannst du deinen Würmern alle organischen Küchenabfälle anbieten, die nicht fettig, ölig oder salzig sind. Selbst eingeweichtes Zeitungspapier geht, es liefert eine wichtige Kohlenstoffquelle. Bedenke aber, dass sich Druckfarbe im Humus wiederfinden kann.

So verdauen Regenwürmer ihr Futter

Würmer verdauen ihr Futter nicht wie wir. Sie nehmen es direkt in ihren Körper auf. Zuerst saugen sie die vorverrotteten Nahrungsstücke ein. Das Futter gelangt dann in einen Muskelmagen, den sogenannten Gizzard, hier wird es mithilfe kleiner Sand- oder Gesteinskörnchen mechanisch zermahlen. Deshalb ist es so wichtig, auch zerstoßene Eierschalen als Grit beizumischen. Nach der Verdauung scheiden die Würmer den Rest als Wurmkot aus, den sogenannten Wurmhumus. Dieser ist ein extrem nährstoffreicher Dünger für deine Pflanzen.

Mehr darüber, wie guter Wurmhumus entstehen kann, erkläre ich hier: Blogbeitrag: Wurmhumus, das schwarze Gold.

Fütterungstipps für Einsteiger und Profis

Die richtige Menge: Füttere am Anfang nur sparsam. Gib den Würmern nur so viel, wie sie in den nächsten Tagen verbrauchen. Wenn du siehst, dass alles gefressen wurde, kannst du die Menge langsam steigern.

Was nicht in die Kiste gehört: Vermeide Zitrusfrüchte (die Säure stört die Würmer), Fleisch, Milchprodukte sowie fettige, ölige und salzige Speisen. Auch Zwiebeln und Knoblauch sollten nur in sehr kleinen Mengen gefüttert werden.

Ausgewogenheit: Achte auf ein gutes Verhältnis von feuchtem, grünem Material (Gemüse- und Obstreste) und trockenem, braunem Material (Pappe, Zeitungspapier, trockene Blätter).

Diese gekochten Reste sind geeignet: Ungesalzene Nudeln oder Reis sind eine gute Energiequelle. Gekochtes Gemüse wie Kartoffeln, Brokkoli oder Karotten funktionieren ebenfalls, solange sie nicht in Öl angebraten oder stark gewürzt sind.

Das sollte man nicht füttern: Alles, was in Öl gebraten oder frittiert wurde, vermeiden. Fett kann ranzig werden und die Kompostumgebung schädigen. Fleisch und Fisch ziehen Fliegen und Schädlinge an und entwickeln unangenehme Gerüche. Milchprodukte wie Joghurt oder Käse verursachen ebenfalls Faulgase. Gekochte Speisereste am besten nur in kleinen Mengen und gut zerkleinert beigeben – wer auf Nummer sicher gehen will, bleibt bei rohen und naturbelassenen Abfällen.

Noch mehr zu häufigen Fehlern beim Wurmkompostieren findest du hier: Blogbeitrag: Würmer flüchte aus der Wurmkiste

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